Nur drei Tage dauerte diese Verwandlung laut heute.at. Haben die Enthüllungsjournalisten dort vorher nur nicht genau genug hingesehen?

Heute. at erklärt die Boeing 777 offiziell zum Angst-Jet, weil drei Tage nach dem Unfall in San Francisco eine andere »Triple-Seven« ihren Flug bald nach dem Start abbrach.
Anlass dazu gab der Ausfall eines der drei Hydrauliksysteme. Übrigens zufällig genau der einzige nennenswerte technische Defekt, den ich selbst in 9000 Flugstunden auf der Boeing 777 erlebt habe. Weder ist das ein zwingender Grund für eine Rücklandung noch für die Erklärung einer Luftnotlage (Mayday).
Aber Piloten sind daraufhin trainiert und dazu angehalten, mit besonderer Vorsicht zu agieren, und zusätzliche Faktoren einzukalkulieren. Insbesondere, wenn ein Fehler früh im Flug auftritt, bietet sich die Rückkehr an.
Es gibt nicht den geringsten Hinweis, dass der hier aufgetretene Hydraulikdefekt oder ein ähnliches Problem bei dem Unglück vom 6. Juli irgendeine Rolle gespielt hat. Trotzdem wird von heute.at ein Zusammenhang, zumindest eine Häufung unterstellt.
Kein Unglück ist isoliert genug, um nicht – noch bevor Details bekannt sind – ein Bedrohungsszenario zu konstruieren. Wenn in einem kleinen Ort an einem Tag zwei Unfälle passieren, an denen rote Autos beteiligt sind – ist das ein guter Grund, um Angst vor roten Autos zu haben? Oder sie zu schüren?
Gut, schon Aufmachung und Schlagzeile von Heute lassen Inhalte erwarten, die tiefer als auf Augenhöhe zielen. Doch wie sieht es bei den großen, den seriösen Medien aus?
Fortsetzung folgt…
Zuerst veröffentlicht am 09.09.2013. Der Artikel ist auf Heute.at nicht mehr verfügbar.

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