So viel Menschliches. Ausgerechnet an Bord eines Flugzeugs, wer hätte das gedacht.

Unter der ein wenig irreführenden Rubrik »News aktuell > Deutschland« informiert BILD darüber, mit wem man sich statistisch gesehen so alles ein Flugzeug teilt. Zum Glück macht die österreichische Kronenzeitung diese wertvolle Information auch ihren Lesern einen Tag später verfügbar.
Unter anderem muss man bei einhundert Passagieren 22 Fremdgeher erwarten. Ferner einen Ex-Häftling, einen Psychopathen (offensichtlich noch ohne Gefängniserfahrung), vier völlig Unmusikalische und in Summe 19 Wasch- und Rasiermuffel. Dem stehen auf der positiven Seite zwei Menschen mit einer Lebenserwartung von hundert Jahren gegenüber, sieben Universitätsabsolvent(Inn)en und eine Person, die an ihrem eigenen Ellbogen lecken kann. Richtig interessant wird’s natürlich, wenn es um Sex geht. Drei hatten schon welchen am Tag des Fluges, damit muss man rechnen. 15 sind nicht heterosexuell.
Eine Flugzeugkabine bietet sich wegen ihres höheren Klaustrophobiefaktors für eine solche Betrachtung natürlich besonders an. Leider fehlt die Info, ob sich diese Mischung nennenswert von der Besetzung eines Großraumwagens bei der Bahn, eines Kreuzfahrtschiffs, eines Kinos oder eines türkischen Dampfbads unterscheidet.
Ich jedenfalls war schockiert. Bin es immer noch. So viel… Menschliches. Wer hätte das gedacht.
Die angebotenen Zahlen lassen kaum Fragen offen. Nur eine Quote vermisse ich:
Wie viele Personen an Bord fühlen sich von Bild und Kronenzeitung gut und glaubwürdig informiert?
Das wäre die Zahl, die mich wirklich interessiert.
Gebe der kondensstreifenübersäte Himmel, dass sie klein ist – alles andere wäre wirklich bedenklich.
Zuerst veröffentlicht am 30.01.2014
