Sind ein paar Eimer Farbe wirklich der richtige Weg, etwas für den Ruf einer Fluggesellschaft zu tun?

Am 8. September 2013 endete die Reise eines Airbus A330 in der Wiese neben der Landebahn 19 Links in Bangkok. Durch einen Bruch am rechten Hauptfahrwerk während des Ausrollens war das Flugzeug nicht mehr steuerbar und rutschte ins Abseits. Obwohl der Airbus dabei schwer beschädigt wurde, hielten sich die Folgen für die Passagiere zum Glück in Grenzen: Bei der Evakuierung über die Notrutschen gab es kleinere Verletzungen.
Als das alles geschah, war es Nacht in Bangkok. Bis Tagesanbruch blieb Zeit genug für die Fluggesellschaft, zu tun, was ihr offensichtlich wichtig war: Der Schriftzug Thai am Rumpf, das Symbol der Airline am Leitwerk und die Landesfahne wurden eilig und etwas lieblos mit schwarzer Farbe übermalt.
Na ja. Am Flughafen von Bangkok stehen zu jeder Tages- oder Nachtzeit ziemliche viele Flugzeuge herum, die Äußerlich dem verunglückten gleichen – bis auf die dunklen Flecken eben. Wen glauben die Verantwortlichen auf diese Weise täuschen zu können?
Es gibt eine sehr gute Chance, dass der Fahrwerksbruch weder der Besatzung, noch der Airline vorgeworfen werden wird. Man könnte sogar Stolz darauf sein, dass alle Passagiere das Unglück weitgehend unversehrt überstanden haben.
Die nächtliche Malaktion hinterlässt jedoch einen anderen Eindruck: Hier wird versucht, etwas zu verbergen, und sei es nur der eigene Name. Das ist schade und schürt Ängste. Der Umgang mit Situationen wie dieser erfordert Geradlinigkeit. Eilig in der Nacht aufgepinseltes Schwarz symbolisiert das Gegenteil. Davon abgesehen erzeugt es genau die Aufmerksamkeit, die vermieden werden soll.
Und man fragt sich: Gab’s nicht wenigstens auch weiße Farbe?
Zuerst veröffentlicht am 13.10.2013